Zukunftsskills in Unternehmen: „Probiert Dinge, zu denen kaum Technologie existiert“

Was werden Unternehmen von meinen Jungs erwarten, wenn der Computer die Arbeit erledigt? Ich rufe Markus Heingärtner an. Er hat sich jüngst in den USA zur Zukunft von Unternehmen weitergebildet.

Markus Heingärtner: "Lernt, nach links und rechts zu schauen" (Foto: Markus Heingärtner)
Früher Manager, Gründer, Geschäftsführer – heute: Unternehmensberater. „Lernt, nach links und rechts zu schauen“, sagt er. (Foto: Markus Heingärtner)

Eine Woche hat sich Markus Heingärtner, 43, kürzlich intensiv mit der Zukunft beschäftigt. Tage lang saugte er Wissen an der Singularity University im Silicon Valley auf – Im Rahmen eines Programms, das Unternehmern und Führungskräften Werkzeuge an die Hand gibt, mit denen sie Vorhersagen zur digitalen Entwicklung ihrer jeweiligen Branche treffen können. Und das sie auf den Zeitpunkt vorbereitet, an dem die Künstliche Intelligenz der menschlichen gleicht.

Heingärtner ist Ex-Geschäftsführer des Wiener Think Tanks Management Clubs, Gründer der Share Economy Plattform usetwice.at, Ex-Geschäftsführer der Austria-Ausgabe der Neuen Züricher Zeitung – und seit dieser Woche in den USA: Gründer einer Beratungsagentur für Digitale Transformation. In Zukunft will er mit Unternehmen gemeinsam in deren digitale Zukunft blicken.

Alles, was Kreativität vorraussetzt, wird interessant bleiben.

Markus Heingärtner, welche Kernkompetenzen empfehlen Sie meinen Jungs für deren Zukunft? Sie sollten sich bewusst machen, welche Routinen Programme übernehmen werden. Taxifahrer werden zu selbstfahrenden Autos, die Recherchen eines Rechtsanwaltsgehilfen erledigt ein Code. Und eine Datenbank wird den Arzt ersetzen. Eine, die Millionen von Bildern innerhalb von Sekunden mit dem Röntgenbild vergleicht. Was kannst Du also, was Routinen nicht ersetzen werden?

Alles, was Kreativität vorraussetzt, wird interessant bleiben. Immer Anfänger bleiben, sich vom Perfektionismus verabschieden, Lust am Experimentieren, am Prototypen haben. Dinge ausprobieren, in denen es die Technologie noch nicht so weit ist.

Zum Beispiel? Das Unternehmen Made in Space, das 3D-Drucker für den Weltall entwickelt. Mit dem Ziel, neue Geräte direkt im Orbit herzustellen. Um damit zum Beispiel Ressourcen auf Asteroiden abzubauen. Aber das Geräte dafür gibt es noch gar nicht, die gehen in Steilvorlage. Die probieren das aus.

Welche Skills brauchen Mitarbeiter morgen, um übermorgen einen Job zu haben? Ständig schauen, was links und rechts kommt, zum Beispiel bei Startups reinschnuppern. In Österreich sorgt sich die Post aktuell um den Konkurrenten DHL. Aber was machen die gegen Startups? Zum Beispiel gegen Uber – das in Zukunft auch Pakete liefern will? Wenn das so ist, muss ich mich umorientieren. Jobsicherheit für Jahrzehnte gibt es nicht mehr.

Die Amerikaner sagen: Failure equals Experience.

Und welche Skills brauchen Unternehmen, um übermorgen Mitarbeiter mit diesen Zukunftskompetenzen anwerben zu können? Den Smart Creatives ein wertschätzendes Umfeld zu geben. Mit Projekten, bei den diese etwas bewegen. In Autonomie, in kleinen Teams. Bei denen eine Idee nicht zwei Jahre durch alle Ebenen von Bedenkenträgern eines Unternehmens wandern muss. Auch wichtig: Wissen darf nicht in Silos schlummern, der Chef darf nicht allein das meiste wissen. Statt Emails also besser kollaborative Kommunikations-Plattformen. Und: eine Fehlerkultur schaffen. Die Amerikaner sagen: Failure equals Experience. Wenn bei Google ein Projekt aufgrund externe Ursachen nicht funktionierte, zum Beispiel weil es doch keinen Markt für die Idee gab – versetzen sie diese Mitarbeiter sofort in ein großes, besseres Projekt.

 

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