Wie arbeiten wir in Zukunft, Sven-Anwar Bibi?

„Papa, Du weißt gar nicht, wie wir in Zukunft arbeiten“, besserweiß mein jüngerer Sohn. Also frage ich Sven-Anwar Bibi, er arbeitet bei der Agentur IXDS – und wie seine Kollegen vier Tage pro Woche. Das wirkt auf mich zukunftsweisend. Er könnte Antworten haben. 

Wie arbeiten wir in Zukunft, Sven Bibi? "Schwimmend im kalten Wasser" (Foto: IXDS)
Wie arbeiten wir in Zukunft, Sven Bibi? „Schwimmend im kalten Wasser“ (Foto: IXDS)

Deine Kollegen und Du bei der Agentur IXDS arbeiten 32 Stunden pro Woche. Werden wir in Zukunft alle weniger arbeiten? Das weiß ich nicht. Aber wir glauben, dass ein weiterer freier Tag pro Woche jedem die Option gibt, seine Kompetenzen und Skills zu erweitern. Und damit meine ich nicht unbedingt professionelle Fähigkeiten. Sondern die Kompetenz, sich über seine eigene Lebensidee klar zu werden.

Life-Work statt Work-Life-Balance? Wenn wir unsere Kinder in Zukunft fragen, wie sie leben wollen, werden die noch mehr als die heutige Generation antworten: Wir wollen leben und arbeiten. Das ist konträr zu dem, was unsere Eltern sagten, als sie Kinder waren. Denn die wollten viel arbeiten, Geld verdienen, aufsteigen – und ein besseres Leben haben als deren Eltern. Aber nun erleben wir einen Wandel in der Wahrnehmung, was es bedeutet, in diesen Zeiten ein Mensch zu sein.

Was macht ihr bei  IXDS außerdem, was in der Arbeitswelt der Zukunft normal sein wird? Nun, wir versuchen zu prototypiseren, wie wir in Zukunft arbeiten. Zum Beispiel das jährliche Mitarbeitergespräch. Da haben wir im letzten Jahr versucht, ob es funktioniert, diese Gespräche mit allen transparent zu führen: Jeder konnte jeden offen beurteilen, Eindrücke zu dessen Arbeit rückmelden. Die Idee ging völlig schief. Wir hatten die Dynamik öffentlicher Kritik anders eingeschätzt, aber auch das Thema Kritikfähigkeit – in beide Richtungen. Aber genau darum geht es in Zukunft auch: Um den kritischen Diskurs, um’s Ausprobieren, Fehler machen, daraus lernen – zum Beispiel, wie wir in Zukunft kollaborativ arbeiten.

Was ist Deiner Meinung nach der wichtigste Skills der Zukunft? Neugier: Neues zu erleben, zu verstehen und in einen neuen Kontext zu setzen. Du musst ständig lernbereit sein. Weil sich Technologien rasant entwickeln. Aber auch, weil wir zunehmend mit anderen Kulturen arbeiten. Bist Du offen dafür, deren Prägungen zu dekodieren?

Experten sprechen zudem von Transformationskompetenz: Dass wir in der Lage sind, bisheriges Wissen auf andere Bereiche anzuwenden. Wie lerne ich das? Bei uns zum Beispiel, indem wir unsere Teams aus Designern und Creative Technologists in wechselnden Konstellationen zu verschiedenen Industriethemen zusammenarbeiten lassen. So wird Wissen breit verteilt und auf die spezifischen Kontexte angepasst transformiert. Verantwortung innerhalb der Projekte spielt hier ebenfalls eine große Rolle – und die Möglichkeit daran zu wachsen und sich verändern zu können. Ich persönlich bin ein großer Freund des kalten-Wasser-Sprungs und helfe gerne anderen dabei schwimmen zu lernen.

Arbeit und Skills der Zukunft: Das Interview ist eine Zusammenfassung der Antworten von Martina Schrauder im Rahmen des Burda Hackdays IV vom 24. April 2016
Talk zur Zukunft: Das Gespräch ist eine Zusammenfassung der Podiumsdiskussion mit Nicolas Dittberner (Udacity), Martina Schraudner (Fraunhofer Institut) und Sven-Anwar Bibi – im Rahmen des Burda Hackdays IV „Future of work“. Der unscharfe Moderator links bin ich. (Foto: Michael Strommer)
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2 Gedanken zu “Wie arbeiten wir in Zukunft, Sven-Anwar Bibi?

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