Lebenslang lernen – aber wie, Nicolas Dittberner?

Programme werden Menschen ersetzen, glauben manche. Andere entgegnen: Nicht, wenn wir lebenslang lernen. Aber wie und wo? Zum Beispiel an einer Online-Universität, sagt Nicolas Dittberner. Er arbeitet für eine.

Warum schon heute weiterbilden, Nicolas Dittberner? "Allein im Jahr 2015 war der technologische Fortschritt so groß wie zwischen 2000 und 2010. " (Foto: Udacity)
Warum schon heute weiterbilden, Nicolas Dittberner? „Allein im Jahr 2015 war der technologische Fortschritt so groß wie zwischen 2000 und 2010. “ (Foto: Udacity)

Müssen wir eigentlich Angst haben, dass uns Software in Zukunft die Arbeit wegnimmt? Ja und Nein. Ja, weil Software einfache Bürotätigkeiten übernimmt. Manche Berufsbilder werden weniger oder gar nicht mehr gebraucht. Nein, weil neue Berufsbilder entstehen, die ITK-Branche beschäftigt in Deutschland bereits über eine Million Menschen – und ist damit zweitgrößter industrieller Arbeitgeber.

Wie könnten im Bereich Informationstechnologie und Telekommunikation (ITK) Berufe entstehen? Unter anderem, wenn Big Data, Künstliche Intelligenz und digitale Technologien die breite Masse erreichen – dann könnten Innovation und Arbeitsplätze entstehen. Zum Beispiel der Data Analyst.

Wenn Software einen Teil der Arbeit abnimmt, was machen wir dann? Durch die Arbeitsersparnis wird eine Verschiebung der Arbeit stattfinden. Dadurch entsteht die Chance, uns mit anderen, spannenderen Aufgaben zu beschäftigen. Es wird wichtig sein, unser Wissen und Erfahrung über das gesamte Berufsleben hinweg mit neuen Fähigkeiten anzureichern.

Zum Beispiel? Wir haben mehr Zeit, um Ideen für neue Projekte zu nutzen, im Unternehmen oder neben dem Hauptberuf. Manche werden durch die Effizienzsteigerung weniger arbeiten, oder die frei werdende Zeit nutzen um sich in eine neue Fachrichtung einzuarbeiten.

Die Lernenden können sich die Zeit frei einteilen – und das zuhause oder am Arbeitsplatz.

Warum sollten sich schon heute jeder weiterbilden? Allein im Jahr 2015 war der technologische Fortschritt so groß wie zwischen 2000 und 2010. Jeder, der beruflich mit Technologie zu tun hat, sollte sich also auch nach der Ausbildung oder Universität in seinem Bereich regelmäßig weiterbilden, denn die digitale Transformation entwickelt sich rasant weiter.

Warum könnten Online-Universitäten (Massive Open Online Courses – MOOC) wie Khan Academy, Coursera oder Udacity die geeigneten Plattformen für lebenslanges Lernen sein? Die Lernenden können sich die Zeit frei einteilen – und das zuhause oder am Arbeitsplatz. Das Wann spielt für den Einzelnen nicht länger eine Rolle, sondern nur noch die Frage: Was möchte ich lernen? In welchem Bereich möchte ich mich weiterbilden? Zudem entwickeln sich MOOCs weiter. Letzte Woche haben wir Udacity Connect in den USA gelaunched, das ist eine “Face-to-face Learning”-Variante für unsere Nanodegrees. Dabei kommen unsere Studenten in Lerngruppen zusammen, ein Gruppenleiter hilft, die Lernziele zu erreichen.

Udacity bietet zwei Produkte an: freie Kurse, die ich alleine bestreite. Und kostenpflichtige Nano-Abschlüsse, bei denen ihr Lernenden helft, aufgrund deren alter und neuen Skills Jobs zu finden: Zum Beispiel als Android App Entwickler. Was ist die meist unterschätzte Fähigkeit der Zukunft? Soft-Skills und soziale Kompetenzen werden unterschätzt. Da in Zukunft Programme viele der „harten Skills” übernehmen, wird der menschliche Faktor an Wichtigkeit zunehmen. Kreativität, Unternehmergeist und Neugierde sind Eigenschaften, mit denen wir uns im Zeitalter der künstlichen Intelligenz behaupten können.

Arbeit und Skills der Zukunft: Das Interview ist eine Zusammenfassung der Antworten von Martina Schrauder im Rahmen des Burda Hackdays IV vom 24. April 2016
Talk zur Zukunft: Das Gespräch ist eine Zusammenfassung der Podiumsdiskussion mit Nicolas Dittberner, Martina Schraudner (Fraunhofer Institut) und Sven-Anwar Bibi (IXDS) – im Rahmen des Burda Hackdays IV „Future of work“. Der unscharfe Moderator links bin ich. (Foto: Michael Strommer)
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